36 Deutsche Frauen-Leichtathletikmeisterschaften 1927

Hochkantja
Erdal-Nummer36

Frl. Batschauer (Phönix Karlsruhe), Deutsche Meisterin im 800m-Lauf.

Erscheinungsjahr: Eines der hervorragendsten Ergebnisse der am 6. Aug. 1927 in Breslau ausgetragenen Damenmeisterschaften der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik war der 800m-Lauf, der von Frl. Batschauer (Phönix Karlsruhe) in der ganz hervorragenden neuen Weltrekordzeit von 2:23,7 Min. gewonnen wurde. Zweite wurde Frl. Spangenberg (SC. Apolda) in 2:26,8 Min. Dritte Frl. Roestel I. (Berlin) 2:32,5 Min. - Hervorzuheben war bei der Siegerin der nahezu vollendete Laufstil; bei langen Strecken für Frauen eine besonders beachtenswerte Leistung. Die Siegerin betätigte sich auch schon in anderen Arten des Frauensports recht erfolgreich.

Frl. Eva v. Bredow (SC. Charlottenburg), Deutsche Meisterin im Weitsprung.

Erscheinungsjahr: Recht beachtenswerte Leistungen vermag der deutsche Damensport auch im Weitsprung hervorzubringen. Bei den Frauen-Leichtathletik-Meisterschaften 1927 holte sich Frl. V. Bredow (Berlin) mit einem Sprung von 5,45 Meter den Titel Deutsche Meisterin. Zweite wurde Frl. Gladitsch (Phönix Karlsruhe) mit 5,29 Meter vor Frl. Mäckelmann (Berlin) 5,26 Meter. - Zu Vergleichszwecken wird es interessieren, dass bei den Meisterschaften der DT. Frl. Müller (TV. 1817 Mainz) 5,47 Meter erreichte. Den Weltrekord hält Frl. Gladitsch (siehe oben) mit 5,60 Meter. Das Ergebnis der Meisterschaften 1927 zeigt deutlich, wie Wetter und Stimmung die Leistung beeinflussen können.

Frl. Bonnetsmüller (SV, 1860 München), Deutsche Meisterin im Hochsprung.

Erscheinungsjahr: Ebenfalls wie der Weitsprung, erfordert auch der Hochsprung ein grosses Mass persönlicher Veranlagung. Auch im Hochsprung können sich die deutschen Damen sehen lassen, erreichte doch Frl. Bonnetsmüller bei den Meisterschaften 1927 die für eine Dame respektable Höhe von 1,45 Meter. Zweite wurde Frl. v. Bredow (Berlin) mit 1,43 Meter. Dritte Frl. Kraus (Berlin) 1,36 Meter. - Frl. Bonnetsmüller ist gleichzeitig Inhaberin des deutschen Rekordes, den sie bereits vor den Meisterschaften (19. Juni 1927 in München) mit einem Sprung von 1:52,5 Meter aufgestellt hatte. Einen Bruchteil höher, 1:53,4 Meter liegt der DT.-Damenrekord, den Frl. Lotto (Grafenberg) bei den Turnermeisterschaften 1927 aufstellte.

Frl. Lange (SC. Charlottenburg), Deutsche Meisterin im Diskuswerfen.

Erscheinungsjahr: Nachdem lange Jahre unbestritten Frl. Reutter vom SC. 1880 Frankfurt die Vorherrschaft im Diskuswerfen der Damen inne hatte, sind der Frankfurterin neuerdings ernsthafte Konkurrentinnen entstanden. Bei den DSB.-Damen Meisterschaften 1927 wurde Frl. Lange (Charlottenburg) mit einem Wurf von 34,75 Meter Deutsche Meisterin. Zweite wurde Frl. Mader (Bernau), die 33,69 Meter erreichte. Mit 33,16 Meter wurde Frl. Reutter nur Dritte, hält aber mit einem Wurf von 38,34 Meter (August 1926 in Braunschweig) immer noch den deutschen Rekord. Die Meisterin der DT. (Frl. Gollwitz, Niederlehne) ereichte 33,05 Meter. Der Weltrekord der Damen wird von Frl. Konopacka (Warschau) mit einem Wurf von 39,18 Meter gehalten.

Frl. Hargus (Lübecker Ballspielverein), Deutsche Meisterin im Speerwerfen

Erscheinungsjahr: Während Deutschlands Damen in den Laufwettbewerben ernstliche Konkurrenz in verschiedenen Ländern zu fürchten haben, dominieren sie im Speerwurf bisher immer noch recht überlegen. Erst im Oktober 1927 vermochte Miss Jenkins (Amerika) mit einem Wurf von 38,60 Meter die deutschen Leistungen und damit den Weltrekord zu überbieten. Bei den Deutschen Meisterschaften 1927 konnte Frl. Hargus ihren im Vorjahr errungenen Meistertitel mit einem Wurf von 34.59 Meter verteidigen. Zweite wurde Frl. Schumacher (Berlin) mit 33.24 Meter. Die vorjährige Meisterleistung von Frl. Hargus ist mit 37.57 Meter wesentlich besser und ist zugleich noch deutscher Damenrekord. In ähnlicher Höhe liegt der DT. Rekord, den Frl. Schumann (Essen) mit 37.11 Meter hält.

Frl. Alpen (S.V. "Preussen" Itzehoe), Deutsche Meisterin im Schlagballweitwerfen.

Erscheinungsjahr: Eine innerhalb der deutschen Sportvereine viel zu wenig gepflegte Uebung ist das Werfen mit einem kleinen Ball, dem Schlagball. Es ist daher unbedingt ein Verdienst des DSB., diese dem Wesen des jungen Sportlers naheliegende Uebung auch in ihr Wettkampfprogramm aufgenommen zu haben. Dass aber auch das weibliche Geschlecht hierin nicht zurückstehen will und tatsächlich auch beachtenswerte Leistungen erziehlt, zeigen recht deutlich die in Breslau ausgetragenen Damenmeisterschaften der DSB. Hierbei erzielte Frl. Alpen vom S.V. "Preussen" Itzehoe als Siegerin den ganz ausgezeichneten Wurf von 72,38 Meter. Zweite dieser Konkurrenz wurde Frl. Reichardt (Berlin) mit 66,24 Meter. Dritte Frl. Raven (Berlin) mit 62,59 Meter; beides Würfe, die ebenfalls zu beachten sind.

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